515 | 815



Im Nummernplan der DB vom 1. Januar 1968 wurden die bisherigen Triebwagen der Baureihe ETA 150 zur neuen Baureihe 515 und die Steuerwagen ESA 150 zur Baureihe 815 zusammengefasst. Die Triebwagen behielten ihre Ordnungsnummern. Die Steuerwagen erhielten Ordnungsnummern ab 601. Die zu diesem Zeitpunkt aktuelle Gattungsbezeichnung lautete BD oder ABD (Triebwagen) und B (Steuerwagen).
1968 waren die 515 | 815 in Worms, Haltingen, München Ost, Recklinghausen, Husum, Hameln, Limburg, Augsburg, Bremen, Hildesheim, Kassel, Mönchengladbach, Düren, Düsseldorf Hbf und Rheine stationiert. Während die Recklinghausener Fahrzeuge 1970 nach Wanne-Eickel (Herne) wechselten, endete die Beheimatung der Akkutriebwagen kurz darauf in Haltingen (1970), Düsseldorf (1972), München Ost (1972), Kassel (1975) und Bremen (1976). In den darauffolgenden Jahren blieb die Beheimatung der Züge weitgehend stabil, lediglich das Bw Rheine beendete 1980 die Beheimatung der Fahrzeuge. Die Beheimatung der Fahrzeuge in der Kölner Bucht wechselte mehrmals zwischen Mönchengladbach, Düren und Aachen.
Ab Sommer 1974 begannen die Umlackierungen im neuen Farbschema der DB: Ozeanblau und Elfenbein. Bei den ersten Fahrzeugen wurden die Außenwände unterhalb des Fensterbandes vollständig ozeanblau lackiert, im Fahrwerksbereich ohne optische Abgrenzung schwarzgrau. In dieser Farbgebung sind nur einige wenige Wagen lackiert worden. Noch im gleichen Jahr wurde die Farbaufteilung bei den weiteren zur Lackerneuerung vorgesehen Trieb- und Steuerwagen geändert: Die seitliche Farbtrennkante wurde etwas tiefer unter dem Fensterband angesetzt und der elfenbeinfarbene Bereich an den Stinfronten bis auf Pufferhöhe herabgezogen.
Im Zuge von Streckenstillegungen konzentrierten sich die Einsätze in den frühen 1980er-Jahren weiter. Ab 1983 begannen reguläre Abstellungen der Wagen nach Fristablauf, wovon vor allem die älteren 515.0 und 515.1 betroffen waren. 1984 endete die Beheimatung in Husum, während 1985 die Wormser und Hildesheimer Wagen wegen Aufgabe ihrer Dienststelle nach Mainz bzw. Braunschweig wechselten. 1986 endete die Beheimatung der 515 | 815 in Limburg, 1988 schließlich auch in Augsburg und 1989 in Braunschweig. Die verbliebenen Züge wurden in Mönchengladbach und Wanne-Eickel stationiert, wo im Rhein-Ruhr-Raum die letzten Einsatzgebiete fortbestanden.
1990 wurde der ausgemusterte 515 505-6 zu einem neuen Stromschienen-Enteisungswagen für die Hamburger S-Bahn umgebaut und unter der Nummer 732 001-3 am 1. Oktober 1990 wieder in Betrieb genommen. Ebenfalls 1990 wurden die Wagen 515 511-4 und 515 523-9 an die Regentalbahn GmbH in Viechtach verkauft, wo die Fahrzeuge in einem mehrjährigen Umbau zu dieselelektrischen Triebwagen transformiert wurden.
Im Sommer 1993 wurden die Triebwagen 515 548-6, 554-4 und 556-9 mit neuen Sitzflächen ausgestattet und leicht modernisiert, wobei die Wagen die zu diesem Zeitpunkt aktuelle lichtgrau-minttürkis-pastelltürkise Regionalbahnfarbe erhielten. Gesponsort wurde diese Aktion durch den Handy-Hersteller Nokia, der am Haltepunkt Bochum-Graetz ein Werk betrieb und im Rahmen eines Vertrags mit dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) eine bessere Bahnanbindung für seine Mitarbeiter durchsetzte. Die drei »Nokia-Wagen« besaßen entsprechende Anschriften. Im Winter 1993/94 folgte der 515 580-9 gleichermaßen nach.
1994 wurden noch 25 Triebwagen und 10 Steuerwagen von der Deutschen Bahn AG übernommen.
Aufgrund der Menge an Fahrzeugen haben wir die Fahrzeuglisten getrennt. Sie sind über die Links in der linken Menüspalte oder hier zu finden:
- die Triebwagen 515 001-6 bis 033-9, 101-4 bis 138-6 und 501-5 bis 661-7
- die Steuerwagen 815 601-0 bis 816-4
Text: © Malte Werning
Quellen und Literatur
- Brinker, Helmut: Die Akkutriebwagen ETA 150 (515) und ETA 176 (517). Eisenbahn-Kurier Special 12. Freiburg 1989.
- Dressel, Andreas / Schröder, Christian: Mit 440 Volt durch Ruhrpott und Rheinland. Die Akkutriebwagen der Baureihe 515 in den Bundesbahn-direktionen Essen und Köln. Drehscheibe-Sonderheft 15. Köln 1992.
- Knop, Thomas: Die letzten Akkutriebwagen der Deutschen Bahn AG. In: Lok-Magazin 192 (1995).
- Löttgers, Rolf: Die Akkutriebwagen der Deutschen Bundesbahn – ETA 150 und 176. Stuttgart 1985.
- Strüber, Oliver: Vier Jahrzehnte an der Dose. In: Eisenbahn-Magazin 6/2019.
- Werning, Malte: Akkutriebwagen in Deutschland. Zeppelin, Zigarre, Säurekübel. In: Lok-Magazin 308 (2007).